SpaceX IPO-Milliarden in KI und Cash statt Bitcoin
SpaceX hat in seinem ersten Quartalsbericht nach dem rekordverdächtigen Börsengang die Erwartungen der Wall Street klar übertroffen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 92 % auf 7,814 Milliarden US-Dollar, während das bereinigte EBITDA um 191 % auf 3,538 Milliarden US-Dollar zulegte. Gleichzeitig zeigt der Bericht aber auch: Der gewaltige Mittelzufluss aus dem

SpaceX hat in seinem ersten Quartalsbericht nach dem rekordverdächtigen Börsengang die Erwartungen der Wall Street klar übertroffen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 92 % auf 7,814 Milliarden US-Dollar, während das bereinigte EBITDA um 191 % auf 3,538 Milliarden US-Dollar zulegte. Gleichzeitig zeigt der Bericht aber auch: Der gewaltige Mittelzufluss aus dem IPO floss fast vollständig in liquide, konservative Anlagen und in den Ausbau der KI-Infrastruktur –nichtinBitcoin. IPO-Milliarden landen in Geldmarktfonds statt in BitcoinAus dem Börsengang nahm SpaceX netto rund85,675 Milliarden US-Dollarein. Dadurch stiegen die Bestände an Barmitteln, Cash-Äquivalenten und marktfähigen Wertpapieren auf fast100 Milliarden US-Dollar. Den Löwenanteil parkte das Unternehmen in klassischen, risikoarmen Anlagen. Zum 30. Juni hielt SpaceX65,625 Milliarden US-Dollarin Geldmarktfonds. Dazu kamen4,011 Milliarden US-Dollarin staatlichen Wertpapieren, die als Cash-Äquivalente verbucht wurden, sowie weitere6,487 Milliarden US-Dollarin marktfähigen Wertpapieren. Zusammengenommen lagen damit rund76,123 Milliarden US-Dollarin Geldmarktfonds und Staatsanleihen. DieBitcoin-Position blieb dagegen unverändert. SpaceX meldete zum 30. Juni weiterhin18. 712 BTCmit einem Einstandswert von661 Millionen US-Dollar– exakt derselbe Stand wie Ende 2025. Das spricht dafür, dass es per Saldo keine Veränderung im Bestand gab, auch wenn zwischenzeitliche Käufe und Verkäufe nicht ausgeschlossen werden können. Beim Marktwert zeigte sich allerdings Gegenwind: Der faire Wert der Bitcoin-Bestände fiel im ersten Halbjahr von1,637 Milliardenauf1,098 Milliarden US-Dollar. Daraus ergab sich ein nicht realisierter Verlust von rund539 Millionen US-Dollar. Trotzdem lag die Position noch immer etwa437 Millionen US-Dollarüber dem bilanzierten Einstandswert. Durch den massiven IPO-Kassenaufbau hatBitcoininnerhalb der gesamten Liquiditätsreserven deutlich an Gewicht verloren. Der Anteil sank auf rund1,1 %der gesamten Cash-, Cash-Äquivalent- und Wertpapierbestände, nach etwa6,6 %zum Jahresende. SpaceX steckt den Großteil des Kapitals in KINoch auffälliger als die Zurückhaltung bei Bitcoin ist der aggressive Ausbau der KI-Sparte. Allein im zweiten Quartal investierte SpaceX15,828 Milliarden US-Dollarin KI-Infrastruktur. Das war mehr als das 21-Fache des Vorjahreswerts und entsprach etwa86 %der gesamten Quartalsinvestitionen von18,369 Milliarden US-Dollar. Im ersten Halbjahr summierten sich die KI-Investitionen bereits auf23,551 Milliarden US-Dollar. Damit floss der Großteil des Investitionsbudgets in Rechenzentren, gemietete Hochleistungs-Compute-Kapazitäten und die Entwicklung eigener KI-Modelle sowie Softwareprodukte. Ein Teil dieser Strategie zahlt sich bereits operativ aus. Die KI-Sparte erzielte im Quartal2,561 Milliarden US-Dollar Umsatz, unter anderem durch Rechenleistungsvereinbarungen mit Unternehmen wie Google und Anthropic sowie durch Erlöse rund um Grok und X-Abonnements. Allerdings ist das Geschäft noch nicht profitabel. Das Segment verzeichnete einen operativen Verlust von1,257 Milliarden US-Dollar. Hinzu kamen hohe Abschreibungen sowie erhebliche Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Finanzchef Bret Johnsen betonte dennoch, dass bestimmte Compute-Verträge sich in weniger als einem Jahr amortisieren könnten. Auch in den kommenden Quartalen soll das Investitionsniveau ähnlich hoch bleiben. Aktie unter Druck: Milliarden-Freigabe und hohe Short-Quote belastenTrotz der starken Quartalszahlen konnte SpaceX die Sorgen der Anleger nicht ausräumen. Ein Grund ist die hohe Kapitalintensität des KI-Ausbaus. Dazu kommt ein weiterer Belastungsfaktor: die bevorstehende Freigabe großer Aktienpakete. Ab dem 6. August dürfen Insider rund900 MillionenAktienim Gegenwert von etwa105 Milliarden US-Dollarverkaufen. Zwar existieren diese Aktien bereits, doch mit dem Ende der Haltefrist könnte das frei handelbare Angebot am Markt sprunghaft steigen, falls Mitarbeiter und frühe Investoren Kasse machen. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass dies nur der erste größere Schritt ist. Nach den Zahlen zum dritten Quartal und erneut im Dezember folgen weitere Freigaben. Bis dahin könnten rund40 %der ausstehenden SpaceX-Aktien frei handelbar sein. Elon Musks Anteil bleibt dagegen laut Bericht bis Juni 2027 gesperrt. Auch Leerverkäufer haben sich bereits positioniert. Nach Daten von S3 Partners waren etwa95 %der ausleihbaren SPCX-Aktien verliehen, während die Short-Quote rund34 %des frei handelbaren Bestands erreichte. Parallel dazu zog auch die Aktivität in Krypto-Derivaten auf SPCX stark an. Laut CoinGlass kletterte das 24-Stunden-Handelsvolumen der Futures auf rund6,85 Milliarden US-Dollar, das Open Interest näherte sich720 Millionen US-Dollar. Wichtig dabei: Ein steigendes Open Interest zeigt nur, dass mehr Positionen offen sind – nicht, ob der Markt insgesamt bullisch oder bärisch ist, da jeder Futures-Kontrakt immer eine Long- und eine Short-Seite hat. Zusammen mit der hohen Short-Quote am Aktienmarkt und der bevorstehenden Aktienfreigabe spricht das aber klar für eine Phase erhöhter Volatilität. Am Kurs ist das bereits sichtbar. Die SpaceX-Aktie notiert bei rund114 US-Dollarund damit etwa15 % unter dem IPO-Preisvon 135 US-Dollar, rund28 % tieferals vor einem Monat und knapp49 % unter dem Juni-Hoch.