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Ist es ein Spekulationsobjekt? Was Menschen über Bitcoin wissen wollen

Die Leute, so heißt es oft, interessieren sich nur für den Preis von Bitcoin und für sonst gar nichts. Doch als es an dieser Stelle kürzlich um das Difficulty Adjustment ging – die automatische. . .

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Ist es ein Spekulationsobjekt? Was Menschen über Bitcoin wissen wollen

Die Leute, so heißt es oft, interessieren sich nur für den Preis von Bitcoin und für sonst gar nichts. Doch als es an dieser Stelle kürzlich um das Difficulty Adjustment ging – die automatische Schwierigkeitsgrad-Anpassung beim Bitcoin-Mining, die sicherstellt, dass unabhängig von der Rechenleistung, die die Miner aufbringen, nur alle zehn Minuten ein neuer Block gefunden werden kann – kamen mehr interessierte Nachfragen, als die Spezialität des Themas vermuten ließe. Ein Grund also, diese und andere Fragen zu Bitcoin zu sammeln – und zu beantworten. 1 Ab 2140 gibt es keine neuen Bitcoin mehr. Wer schürft dann noch?Das Bitcoin-Netzwerk benötigt Miner, die Transaktionen überprüfen und das Netzwerk mit ihrer Rechenleistung sichern. Derzeit erhalten sie jedes Mal, wenn sie einen neuen Transaktionsblock an die Blockchain – das digitale Kassenbuch – anhängen, 3,125 Bitcoin als Belohnung. Alle vier Jahre wird diese Summe halbiert. Um das Jahr 2140 herum ist Schluss: Dann sind alle 21 Millionen Bitcoin im Umlauf, und die Belohnung fällt weg. Ab diesem Zeitpunkt verdienen Miner ausschließlich an den Transaktionsgebühren der Nutzer, deren Höhe der Markt regelt. Schon heute fließen diese Gebühren zusätzlich zur Blockbelohnung an die Miner. 2 Kann es sein, dass sich Mining irgendwann nicht mehr rechnet?Mehr dazuFür einzelne Miner durchaus. Zum Schürfen braucht man Hardware und Strom. Fällt der Bitcoin-Preis, steigen unrentable Miner aus. Doch dann sinkt durch das Difficulty Adjustment die Schwierigkeit der Rechenaufgabe, die Miner lösen müssen, bis sich das Schürfen wieder rechnet – zur Not auch mit alten Geräten und geringerem Stromverbrauch. 3 Wo liegt das Geld, das ich in Bitcoin einzahle?Die Euro, die man gegen Bitcoin tauscht, erhält der Verkäufer, das Geld ist also weg. Die Bitcoin sind als digitaler Besitz in der Blockchain vermerkt. Auf der eigenen Wallet speichert man nur die Zugangsdaten. Lässt man die Bitcoin bei der Kryptobörse liegen, verwahrt diese die Schlüssel. 4 Warum ist dezentral besser als eine Zentralbank?Mehr dazuDas ist tatsächlich eine der umstrittensten Fragen in der Geldpolitik. Zentralbanken können in Krisen sofort Liquidität bereitstellen und verhindern, dass Banken im Fall einer Panik reihenweise pleite gehen. Zudem versuchen sie, die Preise durch ihre Zinspolitik stabil zu halten. Kritiker bemängeln jedoch, dass Notenbanken oft hoch verschuldeten Regierungen entgegenkommen und die Geldmenge zum Schaden der Sparer ausweiten. Fehler in der Geldpolitik können genau die Probleme (Blasenbildung, Inflation) befeuern, die man eigentlich verhindern wollte. Bei Bitcoin hingegen schützt ein weltweites, dezentrales Netzwerk vor willkürlicher Geldvermehrung. 5 Könnte sich herausstellen, dass Bitcoin gar nicht limitiert ist?Mehr dazuPlötzlich herausstellen kann sich das nicht, da der öffentlich einsehbare Code festschreibt, dass bei 21 Millionen Bitcoin Schluss ist. Die Netzwerkteilnehmer könnten die Spielregeln zwar ändern, haben aber in der Praxis kein Interesse an einer Inflationierung ihrer Bestände. Vor allem die in aller Welt verstreuten Kontrollknoten (Nodes) würden ein solches Update blockieren. 6 Warum unterliegt die Preisentwicklung Vierjahreszyklen?In der Vergangenheit folgte Bitcoin einem Vierjahresmuster (auf einen tiefen Bärenmarkt folgte eine steile Erholung, die in ein neues Rekordhoch mündete), dessen Ursache umstritten ist. Lange galt das Halving (der Halbierung der Bitcoinbelohnung alle vier Jahre) als Hauptgrund, da es das Angebot verknappt. Andere meinen, Bitcoin folge der Geldmenge, die sich zufällig in ähnlichen Zyklen bewegt. Möglicherweise handelt es sich auch um eine selbsterfüllende Prophezeiung. 7 Warum ist Bitcoin so speziell? Weil es der erste Kryptowert ist?Zum Teil ja. Als Bitcoin entstand, wurde es von der Finanzwelt ignoriert, sodass es organisch und dezentral wachsen konnte. Inzwischen ist das Netzwerk zu groß, als dass eine einzelne Instanz es kapern könnte. Jüngere Krypto-Assets scheitern oft am Blockchain-Trilemma, wonach ein System nie vollständig sicher, dezentral und skalierbar sein kann. Bitcoin verzichtet auf schnelle Skalierbarkeit, ist aber dafür dezentraler und sicherer als fast alle anderen Blockchains, weil ein riesiges, weitverzweigtes und unbestechliches Netzwerk dahintersteht. 8 Wenn niemand für Bitcoin verantwortlich ist, wie funktioniert es?Mehr dazuEs steht zwar kein Chef dahinter, aber ein Netzwerk aus Programmierern (die den Code verbessern), Minern und Nodes (Kontrollknoten, die das Kassenbuch speichern). Updates funktionieren nur, wenn die Mehrheit der Nodes und Miner die Änderungen auch installiert. Gibt es unüberbrückbare Uneinigkeiten, kommt es zur Abspaltung (Hard Fork). So entstand 2017 Bitcoin Cash, weil ein Teil der Community eine größere Blockgröße für schnellere Transaktionen wollte, der Rest aber beim ursprünglichen Code blieb. 9 Was unterscheidet Bitcoin von einem Spekulationsobjekt?Gar nichts. Alles, was gehandelt wird – Aktien, Immobilien, Kunst oder Gold – kann zu reinen Spekulationszwecken erworben werden, also in der Hoffnung, es später zu einem höheren Preis verkaufen zu können. Das funktioniert langfristig aber nur, wenn das Objekt auch einen Nutzen abseits der Spekulation bietet. Bitcoin ist dezentrales, zensurresistentes Geld, das direkt und ohne Banken weltweit von Person zu Person versandt werden kann. Sollte an dieser Funktion irgendwann kein Interesse mehr bestehen, wird auch der Preis verfallen.

Quelle: thefocus.news

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