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GenAI als Betriebssystem: Der AI-Layer über bestehender Enterprise-IT

KI31. März 2026von Cem SögütGenAI hat in vielen Unternehmen den Proof-of-Concept-Status längst hinter sich gelassen. Doch zwischen einem funktionierenden Piloten und einem skalierbaren Teil der. . .

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GenAI als Betriebssystem: Der AI-Layer über bestehender Enterprise-IT

KI31. März 2026von Cem SögütGenAI hat in vielen Unternehmen den Proof-of-Concept-Status längst hinter sich gelassen. Doch zwischen einem funktionierenden Piloten und einem skalierbaren Teil der Unternehmens-IT klafft oft eine große Lücke. Was es braucht, um diese Lücke zu schließen, ist kein weiterer Use Case – sondern eine grundlegend andere Architekturperspektive. Vom Piloten zur Plattform: Warum der zweite Schritt so schwer istDas Muster ist bekannt: Ein Team entwickelt einen überzeugenden GenAI-Use-Case. Die Technologie funktioniert, die Ergebnisse sind vielversprechend, die Stakeholder sind begeistert. Und dann? Dann beginnt die eigentlich schwierige Phase. Denn was im kontrollierten Pilotumfeld noch handhabbar war, wird in der Skalierung plötzlich komplex. Zugriff auf Unternehmensdaten muss geregelt werden. Bestehende Systeme – ERP, CRM, Datenplattformen – wollen angebunden sein. Compliance-Anforderungen rund um DSGVO und den EU AI Act müssen erfüllt werden. Und all das parallel für einen Use Case, der ursprünglich für eine Demo gebaut wurde. In der Praxis führt das häufig dazu, dass Use Cases technisch zwar funktionieren, aber nie den Sprung in den produktiven Betrieb schaffen. Nicht wegen der KI – sondern wegen fehlender Grundlagen drumherum. Was Unternehmen in dieser Situation brauchen, ist keine weitere Einzellösung. Was sie brauchen, ist eine Plattform. Das Konzept: GenAI als horizontale InfrastrukturschichtEin GenAI-Operating-Layer ist keine Software, die man kaufen kann. Es ist ein Architekturprinzip – die Idee, GenAI-Capabilities nicht isoliert und projektspezifisch aufzubauen, sondern als gemeinsame, wiederverwendbare Infrastrukturschicht bereitzustellen. Das Bild, das dieses Konzept am besten beschreibt, ist das eines Betriebssystems. So wie ein Betriebssystem Speicher, Prozessor und Netzwerk für alle Anwendungen zugänglich macht, ohne dass jede App diese Ressourcen selbst verwalten muss, stellt ein GenAI-Operating-Layer die KI-Grundfunktionen bereit – für alle Teams, alle Use Cases, alle Systeme im Unternehmen. Technisch besteht ein solcher Layer typischerweise aus fünf Kernkomponenten:Orchestrierungsschicht:Steuerung von LLM-Aufrufen, Prompt-Management und Workflow-KoordinationDatenhub:Kontrollierte Anbindung bestehender Quellen wie SAP, Datenplattformen oder Dokumentensysteme – zum Beispiel über RAG-ArchitekturenGovernance-Komponente:Zentrale Verwaltung von Zugriffsrechten, Audit-Trails und Compliance-Anforderungen gemäß EU AI Act und DSGVOAgentic Runtime:Ausführungsumgebung für autonome KI-Agenten, die Aufgaben über mehrere Systeme hinweg abarbeiten könnenIntegrations-API:Standardisierte Schnittstellen, über die Business Units eigene Anwendungen entwickeln – ohne die Infrastruktur neu aufbauen zu müssenDas Prinzip dahinter lautet: Zentrale Governance, dezentrale Innovation. Business Units behalten ihre Eigenständigkeit. Die Plattform sorgt dafür, dass dabei niemand auf Kosten von Sicherheit oder Kompatibilität experimentiert. Was das für CIOs und IT-Entscheidungstragende bedeutetIn vielen Unternehmen entsteht aktuell ein neues Phänomen: Shadow AI. GenAI-Lösungen entwickeln sich außerhalb zentraler IT-Strukturen – Teams bauen eigene Anwendungen, nutzen unterschiedliche Modelle und schließen individuelle Cloud-Verträge ab. Was kurzfristig für Geschwindigkeit sorgt, führt mittelfristig zu strukturellen Problemen: fehlende Transparenz, ungeklärte Compliance und kaum Wiederverwendbarkeit. Ein GenAI-Operating-Layer ist die strukturelle Antwort auf dieses Problem. Er schafft keine zentralisierte Kontrolle, die Innovation bremst – sondern eine gemeinsame Grundlage, auf der Innovation schneller und sicherer wird. Wer heute in diese Grundlage investiert, wird morgen neue Use Cases in einem Bruchteil der bisherigen Zeit deployen können. Für CIOs ist das eine strategische Entscheidung: Wer den Operating-Layer aufbaut, bestimmt die Spielregeln für GenAI im eigenen Unternehmen. Wer wartet, bis der Druck groß genug wird, baut auf einem ungeordneten Fundament. Agentic AI: Der nächste Evolutionsschritt auf dem Operating-LayerWährend viele Unternehmen noch am Aufbau ihres ersten GenAI-Layers arbeiten, ist die nächste Stufe bereits Realität: Agentic AI. KI-Agenten reagieren nicht mehr nur auf Prompts, sondern planen eigenständig, führen Teilaufgaben aus und orchestrieren dabei mehrere Systeme. Damit verändern sich die Anforderungen an die zugrunde liegende Infrastruktur grundlegend. Ein Agent, der auf SAP-Daten zugreift, Freigaben koordiniert und Ergebnisse in ein Dashboard schreibt, agiert nicht mehr isoliert, sondern tief integriert in bestehende Systemlandschaften. Dafür braucht es eine kontrollierte Umgebung mit klaren Berechtigungen, vollständiger Nachvollziehbarkeit und definierten Eskalationspfaden. Genau hier wird der GenAI-Operating-Layer zur entscheidenden Voraussetzung. Agentic AI beginnt bereits, produktive Systeme zu prägen. Unternehmen setzen Agenten heute schon ein – etwa für Reporting-Automatisierung, Incident-Management oder komplexe Genehmigungsprozesse. Was diese Unternehmen verbindet: Sie haben frühzeitig die notwendigen infrastrukturellen Grundlagen geschaffen. adesso unterstützt Unternehmen beim Aufbau genau dieser Grundlage – von der Architekturkonzeption bis zur Implementierung agentischer KI-Systeme. AutorCem SögütCem Sögüt ist Teil der GenAI Solutioning Unit bei adesso und unterstützt Unternehmen bei der Bewertung und Umsetzung innovativer Technologien sowie bei der Weiterentwicklung digitaler Lösungen und Prozesse.

Quelle: adesso.de

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