Empery verkauft Bitcoin und setzt 20 Mio auf KI-Data Center
Empery Digital, ein an der Nasdaq gelistetes Unternehmen mit Bitcoin-Treasury-Strategie, richtet sein Kapital zunehmend auf KI-Infrastruktur aus. Auslöser dieser strategischen Neuausrichtung ist unter anderem ein umfangreicher Verkauf von Bitcoin im Wert von rund 87 Millionen US-Dollar. Während ein erster Schritt bereits abgeschlossen wurde, hängt ein deutlich größeres Immobilienprojekt weiterhin von mehreren Bedingungen ab. 20-Millionen-Dollar-Investment in

Empery Digital, ein an der Nasdaq gelistetes Unternehmen mit Bitcoin-Treasury-Strategie, richtet sein Kapital zunehmend auf KI-Infrastruktur aus. Auslöser dieser strategischen Neuausrichtung ist unter anderem ein umfangreicher Verkauf vonBitcoinim Wert von rund 87 Millionen US-Dollar. Während ein erster Schritt bereits abgeschlossen wurde, hängt ein deutlich größeres Immobilienprojekt weiterhin von mehreren Bedingungen ab. 20-Millionen-Dollar-Investment in KI-Rechenzentrumsprojekt abgeschlossenEmpery Digital hat nach eigenen Angaben am 20. Juli eine Vorzugsbeteiligung über20 Millionen US-Dollaran Cardinal Data Power abgeschlossen. Damit sicherte sich das Unternehmen einen Anteil von etwa8 Prozentan dem Entwickler, der mit Hunt Properties verbunden ist. Das Investment ist Teil einer rund70 Millionen US-Dollar schweren Series-A-Finanzierung, mit der ein geplanter Rechenzentrumscampus in West-Texas unterstützt werden soll. Allerdings sind zentrale Punkte des Projekts noch nicht endgültig gesichert. Dazu zählen unter anderem die tatsächliche spätere Kapazität, der Wechsel von einer unverbindlichen Absichtserklärung zu einem festen Mietvertrag sowie der Zeitplan für die Stromversorgung. Damit wird deutlich, dass Empery seine Kapitalallokation breiter aufstellt. Das Unternehmen hat allerdings nicht ausdrücklich erklärt, dass die jüngsten Bitcoin-Verkäufe direkt zur Finanzierung des Cardinal-Investments dienten. Bitcoin-Verkäufe brachten 87,1 Millionen Dollar einLaut einer Einreichung vom 10. Juli verkaufte Empery Digital im Zeitraum vom 7. Mai bis zum 10. Juli insgesamt1. 400 BTC. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei62. 200 US-Dollar proBitcoin. Daraus ergaben sichBruttoerlöse von etwa 87,1 Millionen US-Dollar. Ein Teil dieser Mittel wurde genutzt, um10 Millionen US-Dollar Schuldenzurückzuzahlen. Weitere Gelder waren laut Unternehmen für ein separates Immobilienvorhaben im Mittleren Westen der USA, für Kosten im Zusammenhang mit Aktionärsklagen sowie für den laufenden Betrieb vorgesehen. Zum 10. Juli verfügte Empery noch über1. 514 BTC, rund73,9 Millionen US-Dollar an Barmittelnund45 Millionen US-Dollar offene Schuldenaus einer Kreditfazilität. Neuere konkrete Zahlen zur Treasury-Lage nannte das Unternehmen im Zusammenhang mit dem Cardinal-Deal nicht. Bereits am 30. Juni hatte Empery signalisiert, dass Bitcoin nicht mehr die einzige Messgröße für den Unternehmenswert sein soll. Damals stellte die Firma ihr Treasury-Dashboard ein und begründete dies damit, dass eine NAV-Betrachtung auf Basis der Bitcoin-Bestände den Gesamtwert des Unternehmens nicht mehr vollständig abbilde. Größeres Projekt im Mittleren Westen bleibt vorerst unsicherNeben dem bereits abgeschlossenen Cardinal-Investment verfolgt Empery noch ein zweites, deutlich größeres Vorhaben. Dabei geht es um eineInvestitionszusage über 65 Millionen US-Dollarüber die Gesellschaft EMHU, die einen Immobilienerwerb im Mittleren Westen anstrebt. Bislang hat Empery dafür2,9 Millionen US-Dollareingebracht. Weitere62,1 Millionen US-Dollarsollen erst beim Abschluss des geplanten Immobilienkaufs fließen. Dieser Deal wird weiterhin im dritten Quartal erwartet, steht aber noch unter dem Vorbehalt einer Due Diligence und weiterer Bedingungen. Auch auf der Mieterseite gibt es noch keine endgültige Sicherheit: Die vorgesehene Nutzervereinbarung liegt bislang nur alsunverbindliche Absichtserklärungvor, nicht als fester Mietvertrag. Zusätzlich birgt die Struktur des Deals Risiken. Sollte der Immobilienkauf vor dem Abschluss scheitern, sollen laut Unterlagen zwar400. 000 US-Dollaran Empery zurückfließen. Für den restlichen Teil der bereits geleisteten Anfangszahlung ist eine vollständige Rückholung jedoch nicht eindeutig geregelt. Fazit:Empery Digital entfernt sich zunehmend von einer reinen Bitcoin-Treasury-Story und setzt auf Beteiligungen im KI-Rechenzentrumsbereich. Doch trotz des Strategiewechsels bleibt das Unternehmen sowohl Bitcoin als auch seinen Verbindlichkeiten weiter ausgesetzt. Ob die Neuausrichtung tatsächlich operativen Mehrwert schafft, dürfte vor allem davon abhängen, ob das größere Immobilienprojekt abgeschlossen und ein verbindlicher Mietvertrag gesichert werden kann.