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Bitcoin: Warum die nächste Woche entscheidend für Krypto wird

Erst in dieser Woche hat dieEuropäische Zentralbank (EZB)über die Leitzinsen im Euroraum entschieden. Die Währungshüter beließen den fürSparer wichtigen Einlagenzins bei 2,25 Prozent. Doch in wenigen Tagen. . .

Von @morgenpost · · 4 min Lesezeit

Bitcoin: Warum die nächste Woche entscheidend für Krypto wird

Erst in dieser Woche hat dieEuropäische Zentralbank (EZB)über die Leitzinsen im Euroraum entschieden. Die Währungshüter beließen den fürSparer wichtigen Einlagenzins bei 2,25 Prozent. Doch in wenigen Tagen steht der nächste wichtige Zinsentscheid an: Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) berät über die Leitzinsen in denUSA. Anders als die EZB hat die Fed ihren Zinskurs 2026 noch nicht geändert. Umso genauer beobachten Anleger, welchen Kurs die amerikanischen Währungshüter nun einschlagen. Denn der Beschluss könnte nicht nur Aktien und Anleihen bewegen, sondern auchKryptowährungen. Ein Experte erklärt, warum die Fed für den Kryptomarkt wichtiger ist als die EZB – und was ein möglicher Zinsschritt für denBitcoin-Kurs bedeuten könnte. Hat der Fed-Zinsentscheid Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs? Profi beobachtet MarktbewegungEine Analyse zeigt: Zinsentscheidungen können die Kurse an den Finanzmärkten bewegen – doch nicht jede Notenbank hat auf Bitcoin den gleichen Einfluss. „Entscheidend ist, welche Zentralbank das Steuer in der Hand hält“, sagt Dominic Weibel, Forschungslseiter beim Finanzdienstleister Bitcoin Suisse. Nach einer Auswertung des Unternehmens habe sich Bitcoin an den Zinsentscheidungstagen von Fed und EZB sehr unterschiedlich bewegt. „Die letzten Zinsentscheide zwischen 2021 und 2026 zeigen, dass sich Bitcoin an Fed-Terminen im Median rund doppelt so stark wie anEZB-Terminenbewegte“, erklärt Weibel. Die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed können den Bitcoin-Kurs beeinflussen, sagt ein Profi. © dpa | Nicolas ArmerDafür sieht der Experte strukturelle Gründe. Bitcoin wird weltweit überwiegend in US-Dollar bewertet. Zugleich sitzt ein wachsender Teil der institutionellen Krypto-Anleger und der dazugehörigen Handelsinfrastruktur in den USA. Ändert die Fed ihre Geldpolitik, beeinflusst sie außerdem die Finanzierungskosten in Dollar sowie die Renditen amerikanischer Staatsanleihen. Gerade Letztere spielen für Risikoanlagen eine wichtige Rolle. Steigen die Renditen sicherer Staatsanleihen, könnenAktienund Kryptowährungen für Anleger vergleichsweise weniger spannend werden. Niedrigere Zinsen erleichtern dagegen häufig Finanzierungen und können zusätzliche Liquidität in die Finanzmärkte lenken. Fed: Zinssenkung könnte Bitcoin stützenBedeutet demnach: Eine überraschende Zinssenkung oder deutlich erkennbare Signale für baldige Lockerungen könnten Bitcoin zunächst Auftrieb geben. Anleger müssten bei sicheren Anlagen geringere Renditen akzeptieren und könnten wieder stärker nach ertragreicheren, aber riskanteren Alternativen suchen. Hält die Fed die Zinsen dagegen länger hoch oder stellt sogar weitere Straffungen in Aussicht, könnte das den Kryptomarkt belasten. Höhere Finanzierungskosten verringern tendenziell die Risikobereitschaft. Gleichzeitig bleiben verzinste Anlagen wie US-Staatsanleihen vielversprechend. Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung. Für Kryptowährungen: Aussagen der Fed sind entscheidendNicht allein der Beschluss entscheidet jedoch über die Reaktion des Bitcoin-Kurses. Ebenso wichtig ist, was die Finanzmärkte bereits eingepreist haben. Bestätigt die Fed lediglich die Erwartungen, kann die Kursbewegung gering ausfallen. Weicht sie davon ab oder verändert sie ihren Ton, reagieren die Märkte häufig stärker. Anleger dürften deshalb nicht nur auf den Zinsschritt achten. Entscheidend wird sein, wie die Fed die Inflation, die Konjunktur und mögliche weitere Entscheidungen bewertet. Der jüngste geldpolitische Bericht der Notenbank zeigt, warum der Spielraum begrenzt sein könnte: Die Fed sieht die Inflation weiterhin deutlich über ihrem Ziel von zwei Prozent. Steigende Energiepreise gehören zu den Faktoren, die den Preisdruck verstärken können. Prognosen für den Fed-Zinskurs 2026finden Sie in einem separaten Text. Am 29. Juli 2026 verkündet die US-Notenbank Fed einen weiteren Zinsentscheid. © DPA Images | Andrew HarnikAuch Weibel verweist auf die geopolitischen Risiken. Höhere Energiepreise und störanfällige Lieferketten könnten die Inflation in Europa und den USA länger hoch halten. Das erschwere es den Notenbanken, die Zinsen zu senken. „Für Risikoanlagen wie Bitcoin bedeutet das kurzfristig Gegenwind“, sagt der Experte. Bitcoin: Experte sieht Gegenwind, aber auch langfristige ChanceAuf längere Sicht bewertet Weibel den Zusammenhang anders. Kurzfristig hängt die Entwicklung des Bitcoin-Kurses vor allem davon ab, wie viel Geld an den Finanzmärkten verfügbar ist. Hält die Fed die Zinsen hoch, bleiben sichere Anlagen wie US-Staatsanleihen für Anleger interessant. Das kann die Nachfrage nach riskanteren Anlagen wie Bitcoin bremsen. Langfristig sieht Weibel jedoch einen gegenläufigen Effekt. Bleibt dieInflationüber längere Zeit hoch, könnte die begrenzte Menge von Bitcoin stärker in den Fokus rücken. Im Protokoll ist festgelegt, dass höchstens 21 Millionen Bitcoin entstehen können. Befürworter sehen die Kryptowährung deshalb ähnlich wie Gold als knappes Gut, das langfristig vor einem Kaufkraftverlust schützen könnte. Auch eine Untersuchung von Forschern des Internationalen Währungsfonds bestätigte, dass eine straffere US-Geldpolitik den Kryptomarkt belasten kann. Gleichzeitig stellten die Forscher fest, dass der Vermögenswert keinen Schutz vor Konjunkturschwankungen bietet – im Gegenteil, ihre Schätzungen deuten darauf hin, dass Kryptowährungen stärker reagieren als Aktien. Für die anstehende Fed-Sitzung zählt daher vor allem, welchen Kurs die Notenbank für die kommenden Monate signalisiert. Diese Hinweise könnten für Bitcoin wichtiger sein als der einzelne Zinsschritt.

Quelle: m.morgenpost.de

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