Bitcoin statt Bausparvertrag - wie Bremer ihr Geld anlegen
Bitcoin statt Bausparvertrag – für so einige Bremer gehören Kryptowährungen inzwischen zum festen Bestandteil ihrer Anlagestrategie. So zeigt es eine aktuelle Umfrage. Aber wofür sparen die Bremer eigentlich?

Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, investieren mehr als ein Drittel der Bremer in Kryptowährungen wie den Bitcoin. Fernando Gutierrez-Juarez/DPAInhaltsverzeichnisTagesgeld, Festgeld und Kryptowährung – immer mehr Bremer investieren inBitcoins oder andere digitale Zahlungsmittel in der Hoffnung, dass der Wert dieser virtuellen Währungen steigen wird. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Commerzbank zum Anlageverhalten der Bremer. Und die zeigt: In der Hansestadt haben 35 Prozent der Menschen neben allen möglichen anderen Anlagemöglichkeiten in Kryptowährungen investiert. Bei der letzten Befragung zum Anlageverhalten vor zwei Jahren waren es noch 15 Prozent, die bereits Kryptowährungen besaßen. Daraus ist also jetzt mehr als ein Drittel geworden. Welche interessanten Erkenntnisse die Umfrage noch zeigt. In was investieren die Bremer ihr Geld noch?Entsprechend der Umfrage besitzen aktuell 60 Prozent der Sparer Wertpapiere wie Aktien, ETFs, Fonds oder Anleihen. Aktien im Depot sind in Bremen dabei beliebter als im übrigen Bundesgebiet. Und zur Erklärung: ETFs sind Aktienfonds, die in ihrem Mix einen bestimmten Aktienindex abbilden, zum Beispiel den Deutschen Aktienindex Dax. Hier habe die Beliebtheit auch zugenommen, verglichen mit vor zwei Jahren, als die Commerzbank zum ersten Mal die Bremer nach ihrer Anlagestrategie befragt hatte. Weitere beliebte Anlageformen sind Fonds, so gaben es 40 Prozent an, und tatsächlich 30 Prozent setzen weiterhin auf die klassische Lebensversicherung, die irgendwann zu einem bestimmten Lebensalter ausgezahlt wird. Wie sieht das bei den klassischen Sparprodukten aus?Mehr als jeder zweite Bremer legt sein Erspartes auf einem Tagesgeldkonto oder einem Festgeldkonto an. Hier sollte zeitnah auch wieder etwas mehr an Zinsen zu erwarten sein, nachdem die Europäische Zentralbank die Leitzinsen vor eineinhalb Wochen um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent erhöht hatte. Etwa jeder fünfte Bremer gab an, gelegentlich auch Wertpapiere zu kaufen oder einen Wertpapiersparplan zu haben. Mehr als ein Viertel vertraut weiterhin auf den klassischen Bausparvertrag. Wie viel Geld haben die Bremer zum Sparen zur Verfügung?Diejenigen Bremer, die Geld sparen, gehen es so an: 42 Prozent, und das sind die meisten, legen jeden Monat zwischen 100 und 250 Euro zum Sparen beiseite. 20 Prozent sparen sogar mehr als 250 Euro. Fast ein Viertel legt monatlich etwas zwischen 50 Euro und 99 Euro beiseite, zehn Prozent sparen weniger als 50 Euro jeden Monat an. Wer kann sich das Sparen überhaupt leisten?Laut der Commerzbank-Umfrage sind 56 Prozent in Bremen, den Konjunktursorgen zum Trotz, mit ihrer finanziellen Situation zufrieden. Insgesamt können 64 Prozent der Befragten regelmäßig oder unregelmäßig Geld zur Seite legen. Die Kehrseite ist, dass am Monatsende 52 Prozent angaben, selten oder nie Geld übrig zu haben. Darin enthalten sind aber auch Menschen, die Geld anlegen. Wofür sparen die Bremer?62 Prozent gaben an, grundsätzlich Rücklagen bilden zu wollen. Ein weiteres bedeutendes Hauptmotiv zum Sparen ist die Vorsorge für das Alter. Für mehr als ein Drittel, genau 44 Prozent, spielt das eine wichtige Rolle. Verglichen mit der Umfrage von 2024 ist der Anteil um acht Prozentpunkte gestiegen. Michael Eilers, der Bremer Commerzbank-Regionalleiter für das Privatkundengeschäft, sagt: "Das Bewusstsein nimmt also zu, dass die gesetzliche Rente nicht mehr ausreichen wird und damit eine Notwendigkeit zur privaten Vorsorge besteht. " Eilers fügt an: "Vor diesem Hintergrund ist es umso erstaunlicher, dass nicht noch viel mehr Menschen langfristig in Wertpapiere investieren. Denn wer langfristig plant und temporäre Schwankungen aushält, kann auch als sicherheitsorientierter Anleger von höheren Renditechancen profitieren. "Was halten die Bremer von einer staatlichen Frühstartrente?Die Frühstartrente, so wie sie die Bundesregierung einführen will, halten knapp drei Viertel in Bremen für wichtig. Hier würde der Staat pro Kind jeden Monat zehn Euro in einen Aktienfondssparplan einzahlen. Drei von fünf Befragten würden über die staatlichen Zuschüsse hinaus auch eigene Zuzahlungen leisten, knapp die Hälfte mit Beträgen von bis zu 50 Euro im Monat. Michael Eilers sieht darin eine sehr gute Möglichkeit, sich frühzeitig für seinen Nachwuchs mit der privaten Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Denn die Umfrage ergab auch, dass eine ganze Reihe an Menschen in Wertpapiere investieren würden, hätten sie davon mehr Ahnung. Die "Generation Z", hier definiert als diejenigen, die zwischen 1997 und 2007 geboren sind, ist laut Umfrage dagegen bei Aktien und ETFs viel anlagefreudiger. Am beliebtesten sind für sie ETFs, Aktien und festverzinsliche Wertpapiere. 65 Prozent gaben an, jeden Monat zwischen 50 und 250 Euro zur Seite legen zu können. Fast zwei Drittel sagten aber auch, dass der vereinfachte Zugang zum Thema Finanzen durch Apps und Internet ihr Anlageverhalten beeinflusst habe. An der Ipsos-Umfrage nahmen 3200 Personen teil, darunter 200 aus Bremen. Die Commerzbank erhebt die Daten, um daraus eigene Schlüsse für ihr Privatkundengeschäft zu ziehen. Zur Startseite