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Bitcoin bei 62. 900: 48 Mrd Futures zünden Ausbruch

Bitcoin bewegt sich aktuell auffallend ruhig rund um 62. 900 US-Dollar. Doch hinter dieser scheinbaren Stabilität baut sich im Terminmarkt ein Spannungsfeld auf: Auf der einen Seite könnten Long-Positionen unter Druck geraten, falls der Bitcoin Kurs nach unten aus der Spanne fällt. Auf der anderen Seite droht bei einem Ausbruch nach oben eine Short-Squeeze. Entscheidend ist,

Von Ben Wewer · · 4 min Lesezeit

Bitcoin bei 62. 900: 48 Mrd Futures zünden Ausbruch

Bitcoin bewegt sich aktuell auffallend ruhig rund um 62. 900 US-Dollar. Doch hinter dieser scheinbaren Stabilität baut sich im Terminmarkt ein Spannungsfeld auf: Auf der einen Seite könnten Long-Positionen unter Druck geraten, falls derBitcoin Kursnach unten aus der Spanne fällt. Auf der anderen Seite droht bei einem Ausbruch nach oben eine Short-Squeeze. Entscheidend ist, welche Kursgrenze zuerst nachhaltig durchbrochen wird – und ob der Spotmarkt diesen Impuls bestätigt. Fast 48 Milliarden Dollar Open Interest erhöhen das Risiko einer KettenreaktionNach Daten von CoinGlass lag dasOpen Interest bei Bitcoin-Futures zuletzt bei 47,88 Milliarden US-Dollar. Dazu kamen ein 24-Stunden-Futures-Volumen von 38,49 Milliarden US-Dollar und ein deutlich kleineres Spot-Volumen von 2,234 Milliarden US-Dollar. Das bedeutet: Der Futures-Handel war in diesem Zeitraum mehr als17-mal so groß wie der erfasste Spot-Handel. Diese Größenordnung ist wichtig, weil ein Markt mit so viel Hebelwirkung besonders anfällig für abrupte Bewegungen ist. Wird eine wichtige Preisspanne gebrochen, können Zwangsschließungen von Positionen die Bewegung zusätzlich verstärken. Genau darin liegt die Gefahr: Nicht nur Käufer oder Verkäufer bewegen den Markt, sondern auch automatisierte Liquidationen und hektische Absicherungen. Allerdings zeigt das Open Interest allein noch nicht, ob der Markt eher bullisch oder bärisch positioniert ist. Jeder Futures-Kontrakt hat immer eine Long- und eine Short-Seite. Erst ein Blick auf weitere Daten liefert Hinweise darauf, welche Marktteilnehmer im Fall eines Ausbruchs zuerst unter Druck geraten könnten. Zwei gegensätzliche Risiken: Long-Unwind unten, Short-Squeeze obenIm Offshore-Markt, also vor allem bei Perpetual Futures auf Plattformen wieOKXundDeribit, waren die Funding-Raten zuletzt leicht positiv. Das heißt:Long-Trader zahlen Short-Tradern. Solche Werte sind zwar nicht extrem, deuten aber darauf hin, dass auf diesen Märkten etwas mehr bullische Hebelpositionen aufgebaut wurden. Fällt der Bitcoin-Kurs in dieser Lage nach unten, könnten genau diese gehebelten Longs gezwungen sein, ihre Positionen zu schließen. Das würde zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen. Ein solches Szenario wäre besonders glaubwürdig, wenn dabei gleichzeitig das Open Interest sinkt und die Funding-Raten zurückgehen. Dann würde vieles auf einen klassischenDeleveraging-Schubhindeuten. Auf der anderen Seite zeigt der regulierte CME-Markt ein anderes Bild. Laut den CFTC-Daten hieltenleveraged fundsper 11. August netto7. 052 Short-Kontraktein standardisierten Bitcoin-Futures. Das entspricht einem Kontraktwert von rund35. 260 BTC. Sollte Bitcoin nach oben aus seiner Handelsspanne ausbrechen, könnten diese Akteure gezwungen sein, Shorts einzudecken. Das würde den Anstieg zusätzlich antreiben. Wichtig ist aber auch hier: Diese Daten sind nicht in Echtzeit, sondern zeitverzögert. Außerdem können sich hinter solchen Short-Positionen auch Basis-Trades oder Absicherungsstrategien verbergen. Dennoch zeigt die Struktur klar, dassoberhalb der aktuellen Range eine potenzielle Kaufwelle durch Short-Eindeckungenentstehen könnte. Der Spotmarkt und die ETF-Zuflüsse entscheiden über die RichtungOb zuerst die Longs oder die Shorts aus dem Markt gedrängt werden, hängt vor allem vom echten Kauf- und Verkaufsinteresse im Spotmarkt ab. Genau hier bleibt das Bild gemischt. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten vom 10. bis 14. August zusammenNettoabflüsse von 385,2 Millionen US-Dollar. Das spricht kurzfristig für eine nachlassende Nachfrage. Gleichzeitig war das Gesamtbild im bisherigen August noch positiv: Vom 3. bis 14. August lagen die Nettozuflüsse trotz der jüngsten Schwäche insgesamt noch bei480,1 Millionen US-Dollar. Anders gesagt: Die ETF-Nachfrage hat zuletzt nachgelassen, ist aber im größeren Zeitfenster noch nicht komplett eingebrochen. Damit bleibt die Lage offen. Ein Rutsch nach untenwürde wahrscheinlicher, wenn Bitcoin unter seine aktuelle Spanne fällt, die positiven Funding-Raten bestehen bleiben und das Open Interest sinkt. Ein Ausbruch nach obenbekäme dagegen mehr Gewicht, wenn frische Spot-Nachfrage oder ETF-Zuflüsse zurückkehren und Futures-Shorts gleichzeitig ihre Positionen schließen müssen. Liquidationskarten können zwar mögliche Zonen zeigen, in denen sich diese Dynamik beschleunigen könnte. Doch auch sie liefern keine festen Schwellen, die garantiert eine Kaskade auslösen. Der Markt ist also angespannt, aber nicht eindeutig entschieden. Klar ist nur:Mit fast 48 Milliarden US-Dollar an offenem Futures-Interesse reicht schon ein sauberer Ausbruch aus der aktuellen Range, um eine deutlich größere Bewegung auszulösen.

Quelle: bitcoinbasis.de

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