Bitcoin auf Bodenjagd: Das sind jetzt die relevanten Kursmarken
Bitcoin hat dieser Tage neue Tiefs ausgetestet und die Nerven der Anleger auf eine harte Probe gestellt. Im Laufe der Woche kostete eine Einheit zeitweise 57. 700 Dollar – so wenig wie seit September 2024. . .

Bitcoin hat dieser Tage neue Tiefs ausgetestet und die Nerven der Anleger auf eine harte Probe gestellt. Im Laufe der Woche kostete eine Einheit zeitweise 57. 700 Dollar – so wenig wie seit September 2024 nicht mehr. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin heuer wieder ein Rekordhoch (das letzte betrug 126. 000 Dollar) erreicht, wird auf der Prognoseplattform Polymarketnur noch auf sechs Prozent geschätzt. Der Anteil derer, die einen Absturz auf 30. 000 Dollar erwarten, ist mit zwölf Prozent höher als der jener, die mit einer Erholung auf 100. 000 Dollar rechnen (zehn Prozent). Dabei dürften die Nutzer der Polymarket-Plattform, auf der man mit Kryptowährung bezahlt, Bitcoin durchaus wohlgesinnt sein. Die Angst vor höheren Zinsen, ein starker US-Dollar, die Konkurrenz durch KI-Werte und die Tatsache, dass bei Bitcoin statistisch wieder ein Verlustjahr ansteht, haben den Preis heuer um zeitweise ein Drittel und seit dem Rekordhoch um mehr als die Hälfte fallen lassen. Die starken Ausflüsse aus Bitcoin-ETFs lassen befürchten, dass die institutionellen Investoren, die in den vergangenen Jahren Bitcoin entdeckt haben, keineswegs die ruhigeren Hände haben als die privaten „Hodler“. Der maximale AbsturzUnd viele fürchten, dass der Boden noch nicht erreicht ist. „Bitcoin wird hoch genug steigen, um dich zu überzeugen, dass der Bärenmarkt vorbei ist“, twitterte der Kryptoanalyst mit dem Pseudonym Rekt Capital. „Und dann wird es seinen Abwärtstrend fortsetzen. “ Inwieweit sich die Geschichte der früheren Zyklen wiederholt, weiß keiner. Doch gibt es ein paar Zahlen, die man im Auge behalten sollte. Mehr dazuIn den Jahren 2017/18 und 2021/22 dauerte es jeweils ein Jahr vom Hoch zum Tief. Dabei ging es um 84 bzw. 74 Prozent nach unten. Sollte es diesmal wieder ein Jahr bis zum Tief dauern, wäre dieses um den 6. Oktober herum erreicht. Ein Rückgang um 75 Prozent würde bedeuten, dass Bitcoin deutlich unter 40. 000 Dollar fallen würde. Andererseits sind die maximalen Abstürze bisher von Mal zu Mal milder geworden. Vielleicht kommt es diesmal also nicht so schlimm. 53. 000 Dollar KaufpreisDer Realized Price von Bitcoin beträgt 53. 000 Dollar. So viel wurde im Schnitt für jede Bitcoin-Einheit bezahlt, als sie zuletzt gehandelt wurde. Das zeigen Daten der PlattformMicroMacro. Wenn der Bitcoin-Preis unter diese Marke fällt, sind die meisten Käufer rein rechnerisch im Minus. Die gute Nachricht: Als das in der Vergangenheit passiert ist, etwa 2018 und 2022, war der Boden nah. Die schlechte Nachricht: Bevor der Boden endgültig erreicht war, setzte meist Panik ein, die den Kurs noch ein gutes Stück unter den „Realized Price“ trieb. Im Jahr 2022 kreuzten die beiden Linien etwa bei 20. 000 Dollar, Bitcoin erreichte dann erst bei 16. 000 Dollar einen Boden. Die 200-Wochen-LinieEin vielbeachteter Indikator ist die 200-Wochen-Linie, der gleitende Durchschnittskurs der jeweils zurückliegenden 200 Wochen. Da Bitcoin tendenziell steigt, ist der Kurs meist höher als diese Linie. Fast drei Jahre lang lag er nun über dieser Schwelle. Kürzlich ist er jedoch darunter gefallen. Die 200-Wochen-Linie lag zuletzt bei 62. 500 Dollar. Die gute Nachricht: In der Vergangenheit war die Bodenbildung nah, wenn der Bitcoin-Kurs die 200-Wochen-Linie kreuzte. Wobei „nah“ relativ ist. Im Juni 2022 kreuzte der Bitcoin-Preis die Linie bei 22. 000 Dollar – und fiel noch um ein weiteres Viertel. Das vorletzte Rekordhoch69. 000 Dollar kostete Bitcoin 2021 auf seinem damaligen Vierjahreshoch. Damals galt es noch als fast ausgemacht, dass Bitcoin nie unter das Rekordhoch des vorangegangenen Zyklus fallen würde. Im Dezember 2017 hatte ein Bitcoin zeitweise 19. 000 Dollar gekostet, also dachte man, dass es nicht mehr darunter fallen würde. 2022 passierte das dann doch. Inzwischen gilt: Wenn der Kurs unter das Rekordhoch des vorigen Zyklus gefallen ist, war das in der Vergangenheit ein Indiz für eine baldige Bodenbildung. Doch auch „bald“ ist relativ. Heuer ist Bitcoin bereits im Februar unter 69. 000 Dollar gefallen. Nach einer steilen Zwischenerholung stand es zuletzt noch tiefer. Die Kosten der Miner77. 000 Dollar müssen Minerim Durchschnitt aufwenden, um ein Bitcoin zu schürfen. Die tatsächlichen Kosten können variieren, da die Miner unterschiedliche Hardware nutzen und unterschiedliche Stromkosten haben. Je nachdem, wie viele sich am Mining-Wettbewerb beteiligen, dauert es umso länger oder kürzer, bis der einzelne Miner Bitcoin erhält, da nur alle zehn Minuten 3,125 neue Coins entstehen. (Für das Gesamtnetzwerk bleibt die Zeit jedoch immer bei rund zehn Minuten gedeckelt. ) Der durchschnittliche Miner arbeitet derzeit nicht kostendeckend. Das kann auf zwei Arten enden: Entweder steigt der Bitcoin-Preis, oder viele Miner hören auf, was den verbleibenden wiederum die Arbeit erleichtert. Mehr dazuDie schiere GrößeBitcoins Marktkapitalisierung betrug zuletzt 1,2 Billionen Dollar. Damit ist Bitcoin zwar größer als die meisten börsennotierten Firmen, 14 waren zuletzt aber noch höher bewertet, darunter das frisch an die Börse gegangene SpaceX. Der Wert allen Goldes der Welt beträgt sogar 25 Billionen Dollar. Gold hatte aber Jahrhunderte lang Zeit, um dieses Volumen zu erreichen. Doch wenn ein Wert einmal so groß ist, muss umso mehr Kapital aufgewendet werden, um ihn weitersteigen zu lassen. Die PlattformBoersen-parkett. deverweist auf Daten des On-Chain-Analysten Ki Young Ju, der ausgerechnet hat, wie viel Kapital in den vergangenen Zyklen nötig war, um den Bitcoin-Kurs hochzutreiben. Zwischen 2011 und 2013 genügten 2,8 Milliarden Dollar, um eine Ver-550-Fachung zu bewirken (vom Tief zum Hoch). 2015 bis 2017 waren für eine Verhundertfachung 68,5 Milliarden Dollar nötig. Im Zyklus bis 2021 kostete eine Ver-21-Fachung 365 Milliarden Dollar. Zuletzt konnten 697 Milliarden Dollar an frischem Kapital nur eine Versiebenfachung auslösen.